Wertschätzende Kommunikation – völlig unterschätzt!


Das vielleicht einfachste, profanste Mittel der Potenzialentfaltung!


Eigentlich hat mich mein letzter Post dazu inspiriert, diesem Thema mehr Raum zu geben. Er wäre schlicht zu lang geworden, hätte ich all das reingepackt, was es zu diesem Thema zu schreiben gibt. Und davor hat mich natürlich wieder selbst ein wunderbarer Impuls meiner Ausbildung dazu inspiriert, diesem Thema, das ja kein unbekanntes ist, mehr wiederholt mehr Achtsamkeit zu schenken.


Wie schnell ist man davon begeistert und wie schnell findet man sich selbst in seinen alten Mustern wieder. Nämlich zu meckern, zu nörgeln, sich an dem aufzuhängen, was fehlt, anstelle dem Wert zu zollen, was schon alles da ist. Also ich zumindest bin gerade wieder voll darin angekommen. Wobei mein Eingeständnis sich jetzt weniger auf mein berufliches Setting bezieht – da ist es mir tatsächlich zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Aber ich muss mir eingestehen, privat gibt es jedenfalls Spielraum nach oben. Insbesondere wenn ich die (Alltags-)Kommunikation mit mir und meinen Mann betrachte. Anscheinend, braucht es dann doch ein Ventil seinen alten Mustern wieder frönen zu dürfen. Dabei war ich erst im Sommer Feuer und Flamme dafür, wertschätzend zu kommunizieren. Hilfe! Gott sei Dank nehmen wir es nach 22 Jahren auch mit Humor. Aber gerade in dieser Zeit haben sich natürlich wunderbare Gesprächsmuster entwickeln dürfen, die es zu entknoten gilt.


 

Es liegt so ein Schatz in diesem Thema. Und dieser wäre so einfach zu leben.

 

Es braucht, so stelle ich gerade fest, immer wieder sanfte Erinnerung an wertschätzende Kommunikation. Ein Dranbleiben. Eine Konstante, um auch Erfolge spüren und sehen zu können. Unser Alltag ist schon "tricky". Er lässt uns nur allzu gerne – oder zumindest mich – in alte Muster verfallen (obwohl ich dachte da und dort schon gefestigter zu sein.) Innehalten und Achtsamkeit sind dafür geniale Korrektive. Apropos Achtsamkeit. Achtsamkeit ist auch so ein Thema. Es wird ja von jedem Dach gezwitschert. Überall werden wir von Achtsamkeits-Ratgebern fast schon verfolgt. Der Endeffekt? Beflissentlich darüber hinwegzusehen. Oder? Geht es dir nicht auch so? Achtsamkeit. Ach herrje – nicht schon wieder. Das haben wir jetzt doch wirklich schon 1000-mal gelesen. Ich kann es nicht mehr hören. Ich weiß es ja. Eh klar. Das Ding mit der Gegenwärtigkeit, dem Atmen, der Meditation, richtig?


Und doch. Fühlen wir in uns hinein, wissen wir, dass darin eine so wertvolle Wahrheit liegt. Sie lässt Bewusstsein aufsteigen. Und ohne Bewusstsein – bekanntlich keine Entwicklung.


Aber Achtsamkeit verdient einen eigenen Artikel 😉 Ja, auch ich werde euch bei Zeiten mit diesem Thema jedenfalls noch „beglücken“. Vielleicht gelingt mir eine Perspektive, die euch dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken lässt und euch in dieses weite Übungsfeld einsteigen lässt. Das spannende – Achtsamkeit kann man sich relativ einfach ohne viel Aufwand in sein Leben holen. Aber zurück zu wertschätzender Kommunikation.




Warum eigentlich? Was ist so wichtig daran, wertschätzend zu kommunizieren? Abgesehen davon, dass wir uns dann besser fühlen, es eventuell unseren Werten entspricht und es zum „guten Ton“ gehört. Der Wert unterliegt der These, dass das, was mehr Anerkennung bekommt, mehr wird. Also langsam. Lassen wir uns das einmal auf der Zunge zergehen.


 

Zollen wir dem Positiven Anerkennung, wird das mehr. ABER,...

 

...schenken wir dem Negativen mehr Aufmerksamkeit, bekommt dieses Thema Energie. Warum sollte ich dem Positiven mehr Kraft geben – das tendenziell nicht gesehen wird – und nicht dem Negativen? Obendrein bestärke ich dich in der Meinung zu mir. Fakt ist, ich bekomme Energie und Aufmerksamkeit. Ob durch positives oder negatives Verhalten ist ab einem gewissen Punkt egal. Hauptsache, ich werde „gesehen“. Tja, und damit ist eigentlich niemanden geholfen, richtig?



Du kannst dir das gut an dem Beispiel mit dem sogenannten „Schwarzes Schaf“ vor Augen führen. Jemand wird dann zum „Schwarzen Schaf“, wenn er sich 2 bis 3 x einen „Blödsinn“ leistet, der Aufmerksamkeit bekommt. Vielleicht empört man sich darüber oder bauscht das Thema noch einmal so richtig groß auf. In diesem Moment bekommt dieser jemand den Stempel „das ist doch die oder der, die das IMMER so macht …“. Automatisch entwickelt sich daraus eine Abwärtsspirale. Zum einen stolpert der-/diejenige automatisch in die nächste Misere und zum anderen sieht man auch nur mehr das, was man zu sehen glaubt und bereit ist. Das ist auch der Grund, warum es manchmal z. B. einen Klassenwechsel braucht (oder ratsam wäre), um dem Thema die Aufmerksamkeit zu entziehen und vor allem Unvoreingenommenheit zu kreieren. Im Idealfall jemanden, der an die Person glaubt und sie bestärkt, Positives zu schaffen. Nur so kann jemand die Hülle

„Schwarzes Schaf“ wieder ablegen. (Das gilt übrigens

auch in Familiensystemen.)



Wie bekommt Kommunikation diese Kraft?


Wir suchen auf zwei Ebenen Bestärkung. Einerseits wollen wir über andere erfahren „wer wir sind“. Andererseits „was wir wert sind“. Kommunikation lässt uns unseren Wert oder umgekehrt Minderwert spüren. Ständig am anderen herumzumäkeln, verhindert Potenzialentwicklung. Ganz im Gegenteil. Es entsteht sogar die Haltung. „Wenn du nicht an mich glaubst, dann gebe ich dir genau das, was du in mir glaubst zu sehen.“ Das Potenzial verkümmert.


Erkennst du die Kraft von Worten? Von Kommunikation?


Wir „erschaffen“ einander! Entweder einen vor Kraft und Wertschätzung strotzenden Menschen oder einen komplexbehafteten, mit Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln ausgestatteten. Kannst du dir an dieser Stelle vorstellen, wie sehr du es in der Hand hast, dein Umfeld – dein(e) Kind(er), deinen Mann/Frau, deine Mitarbeiter/innen – in ihrem Potenzial zu stärken oder zu schwächen? Würde es uns gelingen, konsistent wertschätzend zu kommunizieren – und das darf natürlich auch kritisch, jedoch lösungsorientiert, wert- und respektvoll sein – gehen Menschen automatisch auf und wachsen sprichwörtlich über sich hinaus.



Aber lasst uns nun konkreter werden.

Es gibt lt. Veit Lindau vier Kanäle, über die wir Wertschätzung ausdrücken können.


1. Wir adressieren die Person direkt: „Du siehst heute aber besonders schön in diesem roten Kleid aus“. „Dein Parfum gefällt mir!“ „Du wirkst heute so erfrischt. Der Urlaub hat dir gutgetan.“


2. Wir adressieren die Leistung: „Dieses Problem hast du sehr gut gelöst.“, „Dieser Entwurf ist dir großartig gelungen – Ich freue mich darauf, weiter daran mit dir zu arbeiten“, „Ich danke dir für deinen Einsatz in diesem Projekt“


3. Wir adressieren Werte (da muss man den anderen gar nicht auf der persönlichen Ebene mögen und trotzdem empfindet man auf dieser Ebene Wertschätzung): „Ich bewundere dich sehr dafür, wie du für deine Ehrlichkeit losgehst.“, „Ich bewundere deinen Mut, die Dinge so offen auszusprechen …“, „Ich schätze deine Integrität in diesem Fall sehr“, oder....


4. Wir adressieren Bedürfnisse: „Ich erkenne dein Bedürfnis nach Erfolg an. Wenn du an jenem Thema noch arbeitest, …“, „Ich sehe, dass du müde bist. Danke für dein Durchhaltevermögen. Wir suchen nach einer Lösung.“ Hier geht es manchmal mitunter gar nicht um die Lösung, sondern um das Gesehen werden.


Du kannst dich sowohl auf die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft beziehen. Auch an jemanden zu glauben, versetzt mitunter sprichwörtlich Berge. Des Weiteren solltest du dich darin trainieren, so ehrlich, präzise und konstant wie möglich dabei zu sein. Unehrlichkeit fühlt sich schal an und bleibt meist nicht unentdeckt. Je allgemeiner Anerkennung formuliert ist, desto weniger fühlt man sich erkannt. Und mit einem Mal ist es nicht getan. Der Erfolg liegt in der authentischen Haltung, die hinter diesem Gedanken liegt und in der Wiederholung und damit im Anlegen von Automatismen.




Fakt ist - wir sind so unendlich sparsam mit Anerkennung. Wir sind auf Leistung und Erfolg getrimmt. Wir versuchen Defizite aufzuholen und bauen dadurch unsere Potenziale automatisch ab.

Beobachte dich einmal ehrlich selbst! Wie viel nehmen wir als selbstverständlich? Und umgekehrt, welch Nichtigkeiten schenken wir unsere ganze Aufmerksamkeit?

Hand aufs Herz. Ich selbst tippe immer wieder in diese Falle. Ich kann mich richtiggehend dabei beobachten. Natürlich hängt es mit meiner Tagesverfassung zusammen und damit, was sich bereits über den Tag angesammelt hat. Aber das ist keine Entschuldigung dafür, dann ein Ventil zu suchen und den klassischen „Zahnpaster-Streit“ vom Zaun zu brechen.

Es reicht hier auch bereits das unterschwellig Ausgedrückte. Der Tonfall, oder das verhasste Wort meines Mannes von mir: „IMMER“ (lässt du deine Schuhe mitten im Raum stehen.)


Anstatt zu sehen, dass der gesamte Einkauf heimgetragen hat, gekocht hat und der Mist nach unten gebracht wurde. (Das ist im Übrigen nicht immer die Realität 😉, aber oft genug verhält es sich ähnlich und gesehen wird von mir nur das EINE, das eben nicht „rund“ läuft. Oder das sich Wiederholende. Was scheinbar IMMER wieder passiert. Als ob ER es mir schon fast zu Fleiß macht.


Erkennst du darin auch deine Realität?


 


Das lässt sich übrigens auch wunderbar auf sein Team und seine Kollegen/innen umlegen. Anstatt immer nur zu lamentieren, was es noch zu tun und zu verbessern gilt sowie Fehler und Defizite aufzuzeigen, wäre ein wunderbarer Einstieg ins oder Ausstieg aus dem Teammeeting, sich seine gegenseitige Wertschätzung auszudrücken. Wieder anhand der vier Ebenen – Person, Leistung, Werte oder Bedürfnisse. Na, fühlst du bereits ein Unwohlsein aufkommen. von wegen "nicht wieder diese "Lobhudelie"?! (… dann werde dir unserer Konditionierung bewusst!)


Fühle einmal hinein, was es mit dir machen würde, dein Umfeld mehr und mehr aus sich heraus wachsen zu sehen. Übrigens. In keinem Kontext eine falsche Wahl! Fang doch einfach damit an. Du wirst staunen, wie diese Herangehensweise dich und dein Umfeld prägt und positiv verändert! dwie muss der Stein ja ins Rollen gebracht und unser Muster aufgeknackt werden. So ungewohnt es sich am Anfang vielleicht auch anfühlen mag: Andere und vor allem auch sich selbst (öffentlich) zu loben. Es darfd Teil unserer Kultur werden. Eine Selbstverständlichkeit! Nicht schamhaft besetzt! Als Narzissmus ausgelegt! Nein.


 

Wie positiv geladen wäre unsere Energie, wenn wir uns wahrgenommen, ehrlich wertgeschätzt und gesehen fühlten?! Privat wie beruflich.

 

Fühle einmal hinein, was es mit dir machen würde, dein Umfeld mehr und mehr aus sich heraus wachsen zu sehen. Übrigens. In keinem Kontext eine falsche Wahl! Fang doch einfach damit an. Du wirst staunen, wie diese Herangehensweise dich und deine Umgebung prägt und positiv verändert!

Und jetzt kommt’s. Ich hoffe, du hast es bei mir schon fast erwartet. Alles beginnt bei dir selbst. Auch dich selbst darfst du in dieses „Gebet“ mit einbeziehen. Starte damit, dich selbst zu loben, dich dafür zu schätzen, was du täglich für Wunder vollbringst. Kleine wie große. Aufzustehen – ob es regnet oder schneit - dich Angenehmen wie Unangenehmen zu stellen, der Bim (Straßenbahn) nachzulaufen, abends noch kurz vor 20.00 Uhr für den nächsten Tag einzukaufen, und so vieles mehr. Mach dir einen Spaß daraus und stelle dich vor den Spiegel. Beginne dich morgendlich damit zu begrüßen, dich und deinem Körper und dem was du täglich an Kleinem und Großem leistest, Wertschätzung zu zollen.


Viel Spaß damit! Und denke daran. Von nichts kommt nichts. Auf die Herzen, fertig, los!


Tatjana.





20 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen