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Future of LeadHERship Konferenz

Ein Rückblick auf eine fantastische Veranstaltung. Eine Vorschau, was noch zu tun ist.



Ich liebe Veranstaltungen, Ausbildungsformate, Mentorings oder Coachings, wo es um Austausch und gegenseitige Unterstützung geht. Gerade rund um die Bestärkung von Frauen haben sich hier wunderbare Formate entwickelt.

 

Bisher war ich „nur“ Gast. Letztes Jahr hatte ich allerdings das untrügliche Gefühl und auch die Gewissheit in mir gespürt, dass ich selbst auf die Bühne „muss“.

Dass ich Teil dieser Bestärkungs-Bewegung sein möchte und kann.

 

Also habe ich meine aufkommenden Ängste beiseite geschoben und bin meinem Motto der letzten Jahre „auf die Herzen fertig los…“ treu geblieben.

 

Und es hat sich voll und ganz ausgezahlt „ins kalte Wasser zu springen“.

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und die vielen positiven Rückmeldungen haben mich absolut darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen.

 

Die Future of Leadhership Konferenz von Vada Müller mit rund 360 Besucherinnen, hat mich einmal mehr mit meinem Blitztalk und als Leiterin einer Masterclass die Energie von uns Menschen spüren lassen. Die unbeschreibbare Kraft, die in uns allen angelegt ist.




 

Umgekehrt hat sie mir vor Augen geführt, welcher Weg trotz all der Aufbruchstimmung noch vor uns liegt. Wie sehr uns innere Hürden oftmals daran hindern, die eigene Kraft zu entfesseln. Wieviele Frauen sind „ready“ und gleichzeitig werden sie noch von alten Mustern, inneren Blockaden und Barrieren zurückgehalten.

 

Es war so berührend zu beobachten, wie heilsam es ist, über Erfahrungen, Stolpersteine, beherrschende Muster und „alte“ Wunden zu sprechen. Wie sehr danach gesucht wird.

Wunden, die z.T. über Generationen in uns Frauen nachwirken.

 

Wie wichtig es ist, Formate wie diese zu kreieren, die Zusammenhalt stiften und gegenseitige Unterstützung fördern gespeist von Wohlwollen, Inspiration sowie ehrlichem Interesse füreinander.

 

So spüren viele bereits den tiefen Wunsch „es anders zu machen“.

Und gleichzeitig eine große Angst „es falsch zu machen“.

Noch nicht stark genug – noch nicht „gut genug“ zu sein.

Angst beurteilt und bewertet zu werden, was am Losgehen hindert.


 

MASTERCLASS "IMPOSTOR-SYNDROM: SELBSTZWEIFEL AM WEG ZUR SPITZE"


 

 

Mein Masterclass-Thema „Impostor-Syndrom: Selbstzweifel am Weg zur Spitze“ wurde mit 80 Teilnehmerinnen „gerockt“, was zeigt wie hoch das Interesse an einem gemeinsamen Gedankenaustausch darüber ist.



Wie sehr Selbstzweifel uns entweder klein halten, uns unsere Chancen nicht nutzen lassen, oder umgekehrt dieses Gefühl „nicht gut genug“ zu sein uns an und über unsere Grenzen führt. An der eigens gesteckten Messlatte scheiternd.

Meist mit dem schalen Beigeschmack, sich selbst nicht erfolgreich zu fühlen.

 

Es hat mir gezeigt, wie sehr es Vorbilder braucht, die den Weg bereits gehen, die Misserfolge teilen, Hürden zur Sprache bringen, aber auch vorzeigen wie sie es geschafft haben, in die Stärke zu kommen.

 

Ich meine mehr denn je gespürt zu haben, dass es vertrauensvolle Räume braucht, um Frauen einerseits in Kontakt mit ihren Stärken zu bringen. Das Interesse, im Anschluss an die Masterclass, sein eigenes Human Design - eine Kraft- und Potenzialanalyse anhand von Geburtsdaten - zu besprechen, und darüber Bestärkung und Zutrauen in die eigenen Möglichkeiten zu gewinnen, war groß.

 

Es gilt diesen Weg des Zusammenführen, des Erfahrungen auszutauschen und vor allem dieses wertvolle Gefühl, mit seinen Gedanken nicht alleine zu sein, fortzusetzen. Sich nicht alleine zu fühlen auf diesem bisher einsamen Weg an die Spitze.


Immer mehr Frauen trauen sich aus der Deckung zu gehen.

Ermutigt von anfänglich wenigen, die diesen steinigen Weg erkundet und aufbereitet haben. Die nach wie vor vorangehen.

Gefolgt von immer mehr Frauen, die daraus Zutrauen schöpfen und sich stärkend an deren Seite stellen.


MEIN APPELL


Was nicht vergessen werden darf – bei all den Errungenschaften, die jetzt spürbar werden - ist, dass wir erst eine erste Teiletappe gegangen sind. Dass wir diesen Weg auch dann fortsetzen müssen, wenn sich erste Widerstände zeigen.

Im eigenen Kopf als auch im Umfeld.

 

Im eigenen Kopf, weil das Gefühl „Stolz“ da und dort im Weg steht.

Der legitime Wunsch, es allein schaffen zu wollen, der sich vielleicht bei der einen oder anderen in den Vordergrund schiebt.



Der stille Wunsch, es ohne Sonderprivilegien und ohne Sonderbehandlungen schaffen zu können. Siegesbewusst zu sein. Dem Trugschluss anheimfallend, zu glauben, dass Gleichstellung kurz bevorstünde, und es keine Interventionen und politische Unterstützung mehr bräuchte.

 

Ein Irrglaube. Insbesondere dann, wenn nicht nur bestimmte Situationen oder Beispiele einzelner Frauen betrachten werden, sondern „größer“ gedacht werden will. Im eigenen Land über Bundesland-Grenzen hinweg, aber letztlich natürlich auch über Landesgrenzen hinweg.

 

Wenn man an eine Welt glauben möchte, in der Männer und Frauen an einem Strang ziehen. Sich gegenseitig schätzen und stärken. Ohne Wenn und Aber.

 

Wenn gemeinsam an einem Selbstverständnis gearbeitet werden will, das gar nicht mehr in Frage stellt, welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche Nationalität welches Alter man hat, sondern der gemeinsame Nutzen im Vordergrund steht. Menschen ob ihrer Potenziale, Qualifikationen und Talente gesehen werden. Und nicht nur jenen, die gesellschaftskonform sind, sondern allen Talente die letztlich in das Ganze fließen.

 

Die größten Gefahren aus meiner Sicht sind also einerseits, wenn man sich als Frau zu schnell in der Sicherheit wähnt, den Kampf der Gleichstellung bereits gewonnen zu haben und frühzeitig aussteigt.

 

Und andererseits den Machtanspruch der Männer unterschätzt, ihre über Jahrtausenden etablierten Privilegien – die manch einem erst über den drohenden Verlust dieser sichtbar werden – zu verteidigen.

 

Nur: Kampf, Macht, Verlust und Verteidigung sind ganz sicherlich nicht der richtige Weg.  

Sie sind jedoch ein gelernter und deshalb ein umso gefährlicherer Weg.

 

Einmal mehr gilt es alte Pfade zu verlassen und auf neue Erfolgsmuster zu setzen.

 

Auf Kommunikation und Dialog zum Beispiel.

Kommunikation, die Perspektiven und Ängste zueinander bringt.

Dialog, der Ängste von beiden Geschlechtern aufzeigt.

Ein Dialog, der ehrliches Interesse signalisiert.

Alte und neue Wunden gemeinsam heilen lässt.


 

Es gilt Frauen darin zu unterstützen, über sich hinauszuwachsen.

In Rollen, die sie bisher nicht beansprucht haben.

Ihnen das Zugeständnis einzuräumen – wie es auch Männer über Jahrtausende möglich war – in neue Rollen hineinwachsen. Fehler machen zu dürfen.


Es sich selbst zu erlauben, nicht „perfekt“ sein zu müssen


in dem Bestreben Jahrtausende zu überspringen. Sich wechselseitig zu stärken und zu unterstützen.

 

Umgekehrt gilt es etwaigen Ängsten von Männern offenherzig und mit Respekt zu begegnen. Macht und Privilegien aufzugeben löst automatisch Unsicherheit eventuell Widerstand und das Gefühl von Verlust in dem einen oder anderen aus.

 

Diesen Weg aufzubrechen, verlangt Männern Opfer ab. Zu Teilen war bisher nicht notwendig. Errungenschaften der jüngeren Zeit, Sonderprivilegien von Frauen, z.B. die oft zitierte Quote, lässt Frauen in Bereiche eindringen, die bisher fast ausschließlich Männern vorbehalten war.

 

Rollenbilder aufzubrechen bringt Männer in die Misere wählen zu dürfen. Diese Formulierung mag verrückt klingen, aber plötzlich vor die Wahl gestellt zu werden – Karriere oder Familienmensch – ist neu und ungewohnt. Sich als Mann gefühlsecht zu zeigen, weich zu sein, sich fallen lassen zu können, Vertrauen zu schenken, sich zu öffnen wurde ihm über Jahrtausende abtrainiert.

 

Immer und immer wieder in den Austausch zu gehen, den gemeinsamen Weg mit einer gemeinsamen Vision zu säumen. Für ein besseres und faires Miteinander.

 

Wir sollten es also nicht zulassen, dass der Weg zur Gleichstellung ein Machtkampf wird. Frauen gegen Männer. Männer gegen Frauen.

Das würde weder Frauen noch Männern nutzen.

 

Vielleicht darf und muss es da und dort Alleingänge geben, um sich für den gemeinsamen Weg zu stärken. Um erstmal im Gleichklang zu schwingen mit Frauen unter Frauen und Männern unter Männern. Aber dazwischen darf immer wider eine gemeinsame Sprache und ein Bewusstsein für den gemeinsamen Weg gefunden werden.


Auf Augenhöhe.


In gegenseitiger Wertschätzung, von gegenseitigem Wohlwollen und von gegenseitigem Respekt getragen.




 

Das ist ein Appell an alle Männer, es Frauen gleich zu tun.


Männer! Lasst nicht zu viel Zeit verstreichen. Begebt euch auch an den Start. Werdet euch darüber im Klaren, was euch in Zeiten des Patriarchats und des Machtaufbaus genommen wurde. Nämlich, in der Forderung euren „Mann zu stehen“, Kriege zu führen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen „alleine“ zu treffen, Macht zu demonstrieren.

Öffnet euch genauso für Entwicklungswege. Begebt euch auf die Suche, was in euer Leben integriert werden darf, um in die so wichtige Balance zu kommen und in die oftmals fehlende innere Zufriedenheit.


Investiert in eure persönliche Entwicklung. Ich spüre auch hier mehr und mehr Öffnung, wenngleich noch sehr vorsichtig und im Stillen.

 

Frauen entwickeln sich gerade rasant. Die Defizite sind so augenscheinlich, dass sie getrieben von der eigenen Defizithaltung in die Stärkung streben.

 

Männern sind sich ihrer „Defizite“ nicht ganz so klar. Sie zeigen sich nicht so offensichtlich wie für Frauen. Immerhin leben wir in einer Welt, wo Macht und Leistung einen enorm hohen Stellenwert in der Gesellschaft und Politik haben. Wo das aktuelle Bild des Mannes sehr gestärkt ist. Es bedarf weise Voraussicht und Eigeninitiative sich Bereiche dazu zu entwickeln, die aktuell nicht im gesellschaftlichen Fokus der Betrachtung stehen.

 

Wir dürfen uns in all dem noch bevorstehenden Wandel immer wieder vor Augen führen:

wenn alte Paradigmen in Frage gestellt werden, führt das anfänglich zu Widerstand, zu dem Wunsch an Altem festzuhalten, zu Unsicherheit, zu Wut und Trauer.

Erst wenn diese Phasen durchschritten sind, beginnt man zu akzeptieren und bewusst an der Integration zu arbeiten.  

 

Also, warten wir nicht länger: auf die Herzen fertig los…

… für eine bessere, gemeinsame Zukunft. Frau wie Mann.

In einer Zukunft, wo wir alles auf den Tisch packen, um Herausforderungen und Probleme gemeinsam zu meistern. In gegenseitiger Wertschätzung und wechselseitigem Staunen.


Alles Liebe,

Tatjana

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